Hallo zusammen,

wer oft mit Windows 7 Setup zu tun hat, der weiß das es eine gefühlte Ewigkeit dauert von DVD zu installieren.
Bringen die DVD´s den Nachteil langsame Datenübertragung zu bieten, so fehlt bei moderneren PC´s anschließend ein ganzer Zoo an Updates und Treibern.
Einen PXE Dienst installieren ist meist schnell erledigt. Die Windows_PE Images erstellen erweist sich hingegen als schwierig.
Einen PXE Dienst samt TFTP Server auf einer Synology oder einem Linuxsystem zu installieren und einzurichten ist ein anderes Thema dem ich später einen anderen Artikel widme.

Wie läuft das ganze Spiel jetzt ab ? Warum braucht man ein Windows PE Image ?

Der Bootprozess sieht für PXE ungefähr so aus :
1. Booten von Netzwerk (im Regelfall kann der Bios dieses, ansonsten einfach im Bios aktivieren)
2. Der PC beginnt den Bootvorgang vom Netz, indem er sich nun eine IP Adresse vom DHCP Server holt
3. Der DHCP Server bedient den PC mit einer IP Adresse und einer „Nextserver“ Information mit entsprechendem File welches er benutzen soll.
4. Der PC läd die Datei die er vom PXE per TFTP bekommt und präsentiert uns die dort angegebenen Informationen.
Diese dort hinterlegten Informationen sind im Regelfall in Form eines Auswahlbootmenüs, welches man eventuell von einigen Systeminstallationen kennt.
Hier haben wir auch die Möglichkeit mehrere Systeme vom Netzwerk zu booten. Wie man das PE Image dort einbindet schreibe ich wie bereits angekündigt später in einem anderen Artikel.
Hier wird nun unsere Windows PE iso geladen und gestartet. Wir bekommen ein kleines Windows welches im die Grundlegenden Funktionen beherrscht die benötigt werden um z.b. ein Setup für eine Installation dieses Betriebssystemes zu starten.

Nicht unerheblich ist es die passenden Netzwerktreiber in dieses PE ISO einzubringen. Da Windows PE in diesem Fall alle Installationsdateien über das Netzwerk läd, ist ein funktionierender Netzwerktreiber unumgänglich.

Als allererstes müssen wir uns das Windows AIK (Windows Automated Installation Kit) auf den PC laden.
http://www.microsoft.com/de-de/download/details.aspx?id=5753

Da wir eine Windows PE mit eingebundenen SP1 haben möchten benötigen wir außerdem eine Ergänzung zum AIK
http://www.microsoft.com/de-de/download/details.aspx?id=5188

Diese beiden ISO Dateien solltet ihr nun brennen, oder mounten, oder entpacken, je nach wie es beliebt.
Ich beschreibe den Weg über eine gebrannte DVD (Falls ihr euch das mounten möchtet oder entpacken, müsst ihr an entsprechender Stelle die Laufwerksbuchstaben durch den entsprechenden Pfad ersetzen)

E: ist hier der Laufwerksbuchstabe des DVD Laufwerks worin sich die DVD befindet

Nun starten wir eine Kommandozeile (cmd). Bitte mit Administrator Berechtigungen starten (Rechtsklick „Als Administrator ausführen“)
Anschließend kopieren wir die Dateien von der DVD in das WAIK Verzeichnis mit folgendem Befehl :

xcopy E:\*.* /s /e /f „C:\Program Files\Windows AIK\Tools\PETools“

Ist das erledigt können wir alle benötigten Dateien in das Zielverzeichnis, worin wir dann weiter bearbeiten kopieren. (In meinem Fall nehme ich die amd64, da ich 64 Bit haben möchte).

Nun können wir die winpe.wim Datei mounten um wie in meinem Beispiel dem Windows Startimage Treiber einzubinden.
Da wir später dieses Image starten möchten um das Windows Setup vom Netzwerk zu starten, wäre es natürlich Hilfreich wenn dieses Image alle Treiber kennt um das Netzwerk ansprechen zu können. Die Hersteller der Notebooks bieten meist komplette driver.cab Dateien an, welche alle Netzwerkkarten beinhalten die der Hersteller mal verbaut hat.
Diese zu finden geht meist recht einfach über Google. Dort einfach mal nach z.b. Dell WinPe driver.cab suchen.

Jetzt haben wir das Image unter C:\WinPE_x64\mount gemountet.

Jetzt müssen wir die Treiber einbinden. Dazu kopieren wir die Treiber nach C:\WinPE_x64\Drivers
Die Dateien müssen nicht in irgendwelchen bestimmten Ordnern abgelegt werden. Einfach alles an Treibern in die Drivers Ordner werfen.
Der anschließende Befehl rennt die Ordner und Unterodner nacheinander durch und nimmt sich alles was dort nach Treibern aussieht.

Jetzt die Treiber einbinden mit dem Befehl :

Wir geben dem Befehl den /Recurse und /forceunsigned Schalter mit.
/Recurse bewirkt das die Treiber auch in Unterodnern aufgesammelt und eingebunden werden.
/forceunsigned bewirkt das auch Treiber die keine Digitale Signatur haben dort eingebunden werden. Das hat sich als sehr Hilfreich rausgestellt, da manche Hersteller aus Kostengründen nicht alle Treiber signieren lassen.

Da hier auch sicher ein paar Treiber dabei sein werden mit denen die Tools nichts anfangen können, bekommt ihr mit sicherheit den ein oder anderen Fehler am Ende ausgespuckt.
Nicht direkt in Panik verfallen. Ruhig die Logdatei mal durchschauen ob ein Treiber den ihr ganz dringend braucht unter den Fehlgeschlagenen ist. Die Erfahrung zeigt hier aber, das es sich meist um Treiber handelt die von kaum jemanden benötigt werden.

Nun haben wir dem Image die Treiber hinzugefügt und widmen uns der Bootphase.
Wir kennen alle dieses vorgehen wenn man eine Windows Setup CD/DVD in den Laufwerksschacht stopft und teilweise aktiv dem Bios noch sagen muss „Boote bitte von CD/DVD“.
Macht unser PC das und bootet die DVD kommt der gute Microsoft daher und sagt uns nochmal „Drücken Sie eine beliebige Taste um von CD oder DVD zu starten“.
Das möchten wir natürlich nicht in unserem Windows PE haben da wir vorher im PXE Bootmenü bereits aktiv gesagt haben „Starte bitte das Windows vom Netzwerk“

Um diese abfrage auszuschalten müssen wir nun die Datei entfernen :
 C:\WinPE_x64\ISO\boot\bootfix.bin
Ist diese Datei vorhanden prüft der PC ob eine Partition auf der Festplatte vorhanden ist und gibt uns das ungewollte „Drücken Sie eine beliebige Taste um von CD oder DVD zu starten“ aus

 

Nun startet unser Windows PE direkt nach dem Boot brav hoch. Und was sehen wir…. eine Kommandozeile….. Super……
Das die PE nur dazu gedacht ist Windows minimal zu booten um z.b. ein Setup aufzurufen ist hier auch alles okay. Das eigentliche Setup muss nun von der Kommandozeile aufgerufen werden.
Da wir die ganzen Befehle aber nicht alle in die Kommandozeile eingeben möchten geben  wir dem PE direkt die Informationen mit welche er hier für uns eingeben soll. In Form einer Batchdatei. Diese verheiraten wir direkt mit dem Image. Wer das später ändern möchte, braucht sich nur wieder wie oben das Image zum bearbeiten mounten, die Datei ändern, und wie zum Schluss beschrieben wird das Image wieder schließen, also commiten)

Wir bearbeiten nun die startnet CMD welche wir hier finden :

Wir sagen ihm nun das er unsere eigentliche Windows DVD (Welche im Netzwerk auf einer Freigabe liegt auf den Buchstaben V: mounten soll)
wpeinit muss auf jedenfall als erstes in der Zeile stehen bleiben, da dieser Befehl erstmal alles was wir benötigen Initialisiert.
den Pfad zum Windows solltet ihr dringend anpassen, genau wie den pxebenutzer und pxepasswort.
Gebt hier den Pfad an wo die Dateien euerer Windows SetupDVD liegen.
Anschließend (die letzte Zeile) rufen wir die setup.exe von eurer DVD auf und starten somit automatisch das Windows Setup

 

Unmounten :

ISO Erstellen :

Wir sollten noch auf \\fileserver.network.local\PXE\isos eine Batchdatei anlegen die setup_windows.cmd heißt. Mit folgenden Infos :

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